Harry, hol den Wagen !

– Fußball Satire –

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Jetzt wird alles besser…

BlatterInfantino

Gianni Infantino neuer FIFA-Präsident.

Im zweiten Wahldurchgang konnte sich Gianni Infantino gegen seinen Konkurrenten Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa durchsetzen und wurde zum neuen FIFA Präsident gekürt. Der erste Wahldurchgang brachte noch keine Entscheidung.

Tokyo Sexwale zog seine Kandidatur gegen die Zusicherung einer lebenslangen Rente in Höhe von 440.000,- $ p.a. schon vor den Wahlen zurück. 

Jerome Champagne disqualifizierte sich quasi selbst, da er ernstgemeinte Reformen und Transparenz in sein Wahlprogramm integrierte. Wer will das schon?

Die Ankündigung von Prinz Ali bin al-Hussein, zukünftig sein Salär Hilfsorganisationen zukommen lassen zu wollen, ließ die Delegierten aufschrecken. Wenn der oberste Chef schon verzichtet, wie könnte man dann selbst auf sein Salär bestehen? Das war dann doch zuviel des Guten.

Und so blieb am Ende nur Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa als “Gegner” übrig. Dieser stolperte dann über die Vorwürfe der Menschenrechtsverletzung.

Wir sprachen mit Gianni Infantino:

Stefan: Herzlichen Glückwunsch Herr Infantino ! Zufrieden und überrascht, dass es so schnell mit der Wahl geklappt hat?

Infantino: Vielen Dank… Zufrieden? Selbstverständlich. Überrascht? Nein, in keinster Weise. Wir haben lediglich unsere Hausaufgaben vorab gewissenhaft gemacht. Da habe ich viel von Sepp Blatter lernen können.

Stefan: Was meinen Sie mit Hausaufgaben? Wie sehen die konkret aus?

Infantino: Nun, wir haben da so eine Kasse, aus der wir Zahlungen vornehmen, die wir nicht genauer deklarieren wollen. Aus dieser Kasse werden wir Tokyo Sexwale eine jährliche Apanage in Höhe von 440.000,- $ zahlen… und glauben sie mir, das ist ein Schnäppchen. Tokyo verhielt sich da wirklich fair und korrekt. Da sich der Prinz und dieser Champagne mit Ihrem ehrlichen Wahlprogramm ja selbst abgeschossen haben, blieb nur noch der Scheich. Da hat unsere SocialMedia Abteilung ganze Arbeit geleistet. Dass der was mit Menschenrechtsverletzung am Hut hat, wurde ja schon immer gemunkelt. Aber gesehen oder so richtig gewusst, haben es nur Insider. Also haben wir entsprechende Videos über die üblichen Kanäle verbreitet. Den Rest, der noch unschlüssig war, konnten wir damit für uns gewinnen, dass wir die WM auf mindestens 40 Nationen aufstocken. Das brachte uns die Stimmen aus Ländern wie Komoren, Mongolei, Hanga Roa, Palampolis und Woltnibischowitz. Was glauben Sie, was das für Spiele gibt, wenn die alle dabei sind. Ich freu mich schon richtig drauf.

Stefan: Die FIFA war ja zuletzt arg in der Kritik. Man sprach von Korruption und Seilschaften. Wird sich da was ändern? Was haben Sie geplant?

Infantino: Ja, die FIFA stand zuletzt unter keinem guten Stern. Ich habe zu meinem alten Spetz´l Sepp (Anm.d.Redaktion: Sepp Blatter), der übrigens auf die gleiche Schule ging wie ich, immer gesagt: “Sepp, pass auf, lasst Euch nicht erwischen.” Anscheinend hat er meinen Rat nicht ganz ernst genommen. Doch nun zurück zu ihrer Frage. Ich werde als der große Reformer der FIFA in die Geschichte eingehen. Ich werde jeden Stein umdrehen und alles ändern, da,it die FIFA wieder zur Ruhe kommt.

Stefan: Wie werden diese Reformen aussehen?

Infantino: Wo kommt denn dieser ganze Ärger her? Mit dem FBI fing doch alles an. Hier hat die FIFA es in der Vergangenheit einfach versäumt, eine gemeinsame Basis zu schaffen. Da wurde in irgendwelche Sportplätze auf den Cayman Islands investiert anstatt dem FBI mal eine ordentliche Büroausstattung zukommen zu lassen. Und haben sie mal gesehen, mit was für alten Kisten die Leute vom FBI rumfahren müssen. Da stellt man denen kurz eine neue Fahrzeug-Flotte hin und es wäre erst gar nicht so weit mit den Ermittlungen gekommen. Da muss ich dem Sepp schon einen kleinen Vorwurf machen. Aber das Kind ist nun schon in den Brunnen gefallen.

Stefan: … und Ihre Reformen?

Infantino: … ach ja. Damit alle sehen, wie ernst es mir ist, werde ich die gesamte Machtfülle des FIFA-Präsidenten auf den FIFA-Generalsekretär übertragen. Damit das ganze aber nicht gänzlich entgleitet, schlage einzig und allein ICH dem Exekutivkomitee einen neuen Generalsekretär vor. Mir schwebt da auch schon jemand vor. Es kann da nur eine Person geben, der diese Position ausfüllen kann: Sepp Blatter.

Stefan: Sepp Blatter? Aber der ist doch gesperrt?

Infantino: Wie schon mal erwähnt, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und nutzen hier eine kleine Lücke in den Statuten. Sepp wird einen Antrag auf Unzurechnungsfähigkeit stellen. Gleichzeitig wird er mich als seinen Vormund bestellen lassen. Die entsprechenden Gutachten haben wir bereits erstellen lassen, wozu hat man Freunde? Somit wird die Person Sepp Blatter Generalsekretär aber offiziell werde ich ihn dann vertreten. Ist das nicht genial? Gleichzeitig entgeht Sepp mit dieser Maßnahme weiteren Ermittlungsverfahren.

Stefan: Ein wirklich genialer Schachzug von Ihnen. Gibt es noch weitere Reformen?

Infantino: Aber natürlich. Wir werden eine Altersgrenze einsetzen, die allerdings erst nach meiner Amtsperiode, die übrigens auf 20 Jahre festgelegt wurde,  in Kraft treten wird. Präsidenten dürfen erst im Alter von mindestens 75 Jahren gewählt werden. Das hat zwei Gründe. Zum einen dürfte in diesem Alter die Wahrscheinlichkeit der Bestechung aufgrund der geringen Lebenserwartung sehr gering sein. Zum anderen hat man in diesem Alter die entsprechende Erfahrung für Prioritäten, wenn sie wissen, was ich meine.

Die WM-Vergabe werden wir revolutionieren. Es wird keine nachträglichen Bestechungsvorwürfe mehr geben. Jedes Land, dass sich um die Ausrichtung einer WM bewirbt, zahlt generell 10 Millionen $ als “Eintrittsgeld”. Diese Gelder werden nach einem gerechten Verteiler-schlüssel, den der Generalsekretär festlegen wird, unter allen Mitgliedern des Exekutivkomitee verteilt. Damit kann man nicht mehr von Bestechung Einzelner sprechen, da ja ALLE etwas abbekommen haben. Auch diese Entscheidung halte ich für genial.

Stefan: Aber wer bekommt dann die WM, wenn alle Bewerber gleich viel an “Eintrittsgeld” zahlen?

Infantino: Nun gut, die Frage ist berechtigt. Wir haben ja auch Tradition und wollen nicht mit allem, was früher gut und billig sowie gang und gäbe war, brechen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass man dann weiterhin einzelne Mitglieder des Exekutivkomitee persönlich von einer bestimmten Nation als Gastgeber überzeugen könnte… wenn sie wissen was ich meine. Eins ist jetzt aber schon mal sicher. Die nächste WM nach Katar wird auf alle Fälle in Grönland stattfinden. Die ewigen Diskussionen um die Temperaturen in Katar haben uns umdenken lassen.

Stefan: Gibt es noch weitere Reformen?

Infantino: Wir wollen es doch nicht übertreiben und keinen unnötigen Aktionismus an den Tag legen. Ich denke, der Coup mit Sepp Blatter als Generalsekretär zu installieren, ist genial, wie ich ja schon erwähnt habe. Was kann es besseres geben, als dass dann trotz Reformen alles in einer Hand, nämlich meiner, bleibt? Kurze Entscheidungswege, keine Meinungsverschiedenheiten mehr und ich muss den Generalsekretär zukünftig nicht mehr bestech….äh, überzeugen, was das Beste für die FIFA ist. ALLES WIRD JETZT ANDERS, wenn sie wissen, was ich meine.

Stefan: Vielen Dank, Herr Generalsekretär… Entschuldignug, Herr Präsident.  Harry, hol den Wagen !

Harry: Ja, Stefan…

 

 

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